ProzotLern Steckbrief - E-Learning Unterstützung für prozess- und serviceorientierte Unternehmens-software

 
Das im Rahmen des Projektes „ProzotLern“ zu entwickelnde Lern- und Unterstützungssystem führt die Nutzer prozess- und serviceorientierter SaaS-Unternehmenssoftwaresysteme Schritt für Schritt an eine geschäftsprozessorientierte Bearbeitung von Aufgaben heran und bietet gleichzeitig produktspezifische Hinweise für den Nutzer, um das den Geschäftsprozess unterstützende Softwaresystem effektiv und effizient einsetzen zu können.

Zur Realisierung eines entsprechenden Systems werden durch die Projektpartner zunächst typische Unternehmenssoftwareprodukte hinsichtlich ihrer Geschäftsprozessunterstützung analysiert. Die Ergebnisse der kooperativen Spitzenforschung fließen gemeinsam mit Erfahrungswissen aus typischen Beratungsprojekten und internationalen Forschungsergebnissen in die Entwicklung von Mikrolernmodulen ein, die später zur Unterstützung der Nutzer entlang der Geschäftsprozesse orchestriert werden und letztendlich die Gebrauchstauglichkeit von innovativen SaaS-Lösungen in KMU signifikant erhöhen.

Parallel hierzu wird eine dienstorientierte Architektur entworfen, die eine lose Integration des Lern- und Unterstützungssystems in verschiedenste SaaS-Unternehmenssoftwareprodukte ermöglicht und entsprechende Mikrolernmodule aus unterschiedlichen Wissensquellen kombinieren und dem Nutzer zur Verfügung stellen kann.

Die zu entwickelnde prototypische Implementierung des Lern- und Unterstützungssystems soll nach Erlangung der Marktreife von den beteiligten KMU als Produkt gemeinsam mit SaaS-Unternehmenssoftwaresystemen angeboten werden. Durch die arbeitsbegleitende Unterstützung der Nutzer, die weit über eine produktspezifische Hilfestellung hinausgeht, werden sowohl SaaS-Unternehmenssoftwaresysteme um einen wichtigen Dienst erweitert, als auch deutliche Kosteneinsparungen im Bereich der Schulung und Beratung bei der Einführung neuer Softwaresysteme erreicht.

Abbildung 1: Schematischer Aufbau des E-Learning Systems für prozess- und serviceorientierte Unternehmenssoftware

Die oben stehende Grafik beschreibt den geplanten Systemaufbau des im Rahmen des Projektes zu entwickelnden prozessorientierten Lernsystems (POLS). Ausgehend von der gerade eingesetzten Unternehmenssoftware erhält das POLS Informationen über die aktuelle Aktivität des von der Unternehmenssoftware unterstützten Geschäftsprozesses (1). Anhand der dem POLS bekannten Referenzgeschäftsprozesse erkennt das System die aktuelle Aktivität des Nutzers der Unternehmenssoftware, kann diese im zugehörigen Geschäftsprozessmodell identifizieren, in den Prozessablauf einordnen und somit einen inhaltlichen Kontext zur aktuellen Benutzeraktivität herstellen (2). Ab diesem Zeitpunkt kann die Workflowsteuerung des POLS die Benutzeraktivitäten anhand des erkannten Referenzgeschäftsprozesses verfolgen und unterstützend eingreifen.

Mit Hilfe eines semantischen Netzes (3) wählt das POLS nun, abhängig von der identifizierten Benutzerinteraktion mit der unterstützten Standardsoftware und der erfolgten Einordnung in den Kontext eines Referenzgeschäftsprozesses, passende Mikrolernmodule aus (4). Diese vermitteln dem Nutzer der Standardsoftware zum einen notwendiges Wissen zur korrekten Bearbeitung des aktuellen Geschäftsprozesses und bieten auch programmspezifische Hilfestellungen. Die Mikrolernmodule stehen hierfür in unterschiedlichen Repositorien zur Verfügung, sowohl zur Unterstützung der Geschäftsprozessbearbeitung als auch zur Vermittlung Unternehmenssoftware spezifischer Informationen (siehe Abbildung 2: Darstellung der technischen Komponenten des prozessorientierten Lernsystems).

Die Darstellung der Inhalte der durch das POLS zu einem Bearbeitungsschritt innerhalb der unterstützten Standardsoftware ausgewähltem Mikrolernmodule, erfolgt über eine Weboberfläche, die sowohl lose an ein SaaS-basiertes Softwaresystem gekoppelt sein kann, als auch dem Nutzer als unabhängiger Webdienst zur Verfügung gestellt werden kann (5).